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HTTP – Einfach erklärt
Technologie

HTTP – Einfach erklärt

28. März 2023
6 Min. Lesezeit

Das HTTPS-Protokoll und seine unverschlüsselte Variante HTTP sind zentral für das moderne Internet. Dieser Beitrag behandelt die Ursprünge, die Funktionsweise und die praktischen Implikationen dieser Protokolle für Webseitenbetreiber.

Was bedeutet HTTP?

HTTP steht für "Hypertext Transfer Protocol" und beschreibt ein Kommunikationssystem für den Datenaustausch im World Wide Web. Das Protokoll ermöglicht die Übertragung von Inhalten wie Text, Bildern und Videos zwischen Webbrowsern und Servern. Es bildet die technologische Grundlage für die Darstellung von Webseiten auf verschiedenen Geräten.

Wie funktioniert HTTP?

Das System operiert nach einem Request-Response-Modell: Clients senden Anfragen mit spezifischen Methoden (GET, POST) sowie URLs an Server. Diese antworten mit Statuscodes, Header-Informationen und entsprechenden Daten. Dieser Austausch ermöglicht die dynamische Bereitstellung von Webinhalten.

Wie ist HTTP entstanden?

Die Geschichte des HTTP begann Anfang 1989, als Tim Berners-Lee, ein englischer Informatiker, am Europäischen Kernforschungszentrum (CERN) startete, das World Wide Web zu entwickeln. Er wollte ein einheitliches System schaffen, welches es ermöglicht, hypertext-basierte Dokumente über das Internet auszutauschen. Um dieses Ziel zu erreichen, entwarf er das im Sommer 1991 veröffentlichte HTTP-Protokoll. In der ersten Version war es lediglich möglich, statische HTML-Dokumente auszutauschen.

Ist HTTP noch erlaubt?

Ja, HTTP ist noch erlaubt und wird bis heute verwendet, um Daten im World Wide Web auszutauschen. Es ist das grundlegende Protokoll für die Kommunikation im Internet. Allerdings warnen moderne Browser bei reinen HTTP-Seiten mit einem "Nicht sicher"-Hinweis. Für produktive Websites wird daher dringend HTTPS empfohlen.

Versionen von HTTP

HTTP hat im Laufe der Jahre mehrere Versionen durchlaufen. Die wichtigsten und am häufigsten verwendeten sind:

  • HTTP/0.9: Dies war die erste Version des Protokolls.
  • HTTP/1.0 (1996): Diese Version ermöglichte erweiterte Funktionalitäten wie die Unterstützung von Header-Feldern und Statuscodes sowie die Übertragung von dynamischen Inhalten und das Abschicken von Formulardaten.
  • HTTP/1.1 (1999): Diese Version hatte diverse Leistungsverbesserungen, wie z. B. die Unterstützung von persistenten Verbindungen und Pipelining. Sie ermöglicht auch das Caching von Ressourcen und die Verwendung von Host-Header-Feldern.
  • HTTP/2 (2015): Die am weitesten verbreitete, aktuellste Version des Protokolls. Sie nutzt die Technologie HPACK und Multiplexing, um eine höhere Leistung und Effizienz zu erreichen, und ermöglicht das gleichzeitige Übertragen von mehreren Anfragen und Antworten.
  • HTTP/3: Die jüngste Version baut auf dem QUIC-Protokoll auf. Sie ermöglicht schnellere Verbindungsaufbauzeiten, bietet eine höhere Zuverlässigkeit und – aufgrund der schnellen Fehlerbehandlung und Verschlüsselung – mehr Sicherheit. HTTP/3 kann mehrere Datenströme über eine einzige Verbindung übertragen und verbessert so allgemein die Ladezeiten und die Nutzererfahrung.

In den letzten Jahren hat die Sicherheit im Internet zunehmend an Bedeutung gewonnen, weshalb das HTTP-Protokoll durch HTTPS (Hypertext Transfer Protocol Secure) erweitert wurde. HTTPS ist eine sicherere Variante von HTTP und nutzt die Verschlüsselungstechnologien SSL (Secure Sockets Layer) oder TLS (Transport Layer Security), um die Datenübertragung zwischen Client und Server abzusichern.

HTTP oder HTTPS – was ist besser?

Das allgemein bekannte Format HTTPS wurde erstmals 1994 eingesetzt und basiert auf dem HTTP-Protokoll. Der verschlüsselte Standard bietet für Webseitenbetreiber und -nutzer eine Vielzahl an Vorteilen:

  • Sichere Übertragung sensibler Daten: Passwörter und Kreditkarteninformationen werden verschlüsselt übertragen. Es wird verhindert, dass Unbefugte die Daten abfangen und missbrauchen können.
  • Datenintegrität: HTTPS stellt sicher, dass die Daten, die zwischen dem Client und dem Server ausgetauscht werden, nicht verändert werden.
  • SEO-Ranking-Vorteil: HTTPS wird von modernen Browsern und Suchmaschinen bevorzugt. HTTPS-Websites werden in der Regel höher in den Suchergebnissen gelistet und zeigen ein sicheres Schloss-Symbol im Browser – ein direkter Ranking-Faktor bei Google.

Für WordPress CMS-Seiten, Shopware-Shops und alle anderen Web Apps ist HTTPS heute nicht mehr optional.

Wann wird HTTPS empfohlen?

HTTPS wird vor allem für Websites empfohlen, die sensible Daten sammeln oder verarbeiten. Diese Seiten sollten unbedingt auf HTTPS migrieren, um die Sicherheit ihrer Benutzer zu gewährleisten. Beispiele sind E-Commerce- und Finanz-Websites.

Weiterhin empfiehlt sich die SSL- oder TLS-Verschlüsselung bei Websites, die genutzt werden, um Inhalte einzureichen. HTTPS stellt sicher, dass die übertragenen Daten, die von Benutzern gesendet werden, nicht manipuliert werden – dies können zum Beispiel Online-Formulare oder Login-Seiten sein.

Je mehr Benutzerinteraktion und Datenübertragung stattfindet, desto wichtiger ist die Verwendung von HTTPS. Eine korrekt konfigurierte HTTPS-Implementierung ist dabei unumgänglich und sollte dauerhaft auf dem aktuellsten Stand gehalten werden.

Wie kann ich von HTTP auf HTTPS umleiten?

Um von HTTP auf HTTPS umzustellen, gibt es mehrere Schritte, die Sie befolgen sollten:

  1. SSL-Zertifikat besorgen: HTTPS erfordert ein gültiges SSL-Zertifikat (Secure Sockets Layer), das von einer anerkannten Zertifizierungsstelle ausgestellt wurde.
  2. Webserver konfigurieren: Sobald Sie Ihr SSL-Zertifikat haben, müssen Sie es auf Ihrem Webserver einrichten.
  3. Links und Ressourcen aktualisieren: Stellen Sie sicher, dass alle Links und Ressourcen auf Ihrer Website – wie Bilder, CSS-Dateien und JavaScript-Dateien – mit https:// anstatt http:// aufgerufen werden.
  4. Umleitung von HTTP auf HTTPS einrichten: Richten Sie eine automatische Umleitung ein, damit alle Anfragen an Ihre Website auf die sichere HTTPS-Version weitergeleitet werden.
  5. Website testen: Nachdem Sie alle Schritte durchgeführt haben, sollten Sie Ihre Website gründlich testen, um sicherzustellen, dass die Umleitung korrekt funktioniert und alle Seiten einwandfrei geladen werden.

Fazit: Nutzen Sie HTTPS für mehr Sicherheit im Web

Auch wenn HTTP als Grundlage im WWW dient, ist eine Umstellung Ihrer Website auf das sicherere HTTPS eine bewährte Methode, um die Qualität Ihrer Website nachhaltig zu verbessern. Da der Prozess der Umstellung je nach Website unterschiedlich aufwändig sein kann, empfiehlt es sich, für einen reibungslosen Ablauf professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen.

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